Das Stäudlein von Österreich
Das Amt Unterseen, das sich rechts am Thunersee bis gegen die Nase hin erstreckt, soll in früherer Zeit unter östreichischer Herrschaft gestanden haben. Ein in den genannten Felsen eingehauenes Kreuz und ein daselbst eingepflanzter Weidenschoss aber habe damals als Grenzbezeichnung gedient. Von diesem Weidenschoss, der noch nach Jahrhunderten unter dem Namen das Stäudlein von Oestreich bekannt war, geht die Sage, nie welkend, aber auch nie wachsend, sei er heute noch gleich gross als wie am ersten Tage seiner Einpflanzung.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen, Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch