Die schöne Mailänderin und der graue Melser
Während der Mailänder Kriege stand ein Schweizer Soldat, der unter dem Namen der graue Melser bekannt war, einst in Mailand vor einem Palast Wache. Da rief ihm eine schöne Dame aus dem Fenster zu, er solle doch zu ihr einmal heraufkommen. Als seine Wache um war, tat er es. Die schöne Dame bewirtete ihn auf das Beste und fragte ihn endlich auch beim Abschied: ob er auch den Gafarrabüel kenne? – Als nun der graue Melser dies bejahte, sagte sie lächelnd: sie habe manche vergnügte Nacht auf demselben zugebracht.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.