Der Schatz im Möttelischloss
In dem Keller des Möttelischlosses, auch Schloss Sulzberg genannt, liegt ein ungeheurer Schatz vergraben, welchen zwei wunderschöne Jungfrauen bewachen, von denen eine jede einen großen Hund bei sich führt. Klopft man des Mitternachts an die Pforte, so stoßen die Hunde ein fürchterliches Geheul aus. Erschreckt man hierüber nicht und klopft fort, so öffnet sich endlich die Pforte und die zwei Jungfrauen treten in dieselbe mit Ketten belastet, mit weißen Kleidern und roten Schuhen angetan, und bitten, man möchte sie küssen, da dies das Bedingnis zur Erlangung ihrer Freiheit und des Schatzes sei. Die Hunde fletschen aber dabei so fürchterlich mit den Zähnen, dass einem Jeden bis jetzt der Mut dazu vergangen ist.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.