Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die silbernen Geldstücke

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Zwei Kinder hüteten einst gegen Rünenberg am Fuße des Berges, der die Trümmer der alten Burg Scheidegg trägt, die Schafe ihres Vaters. Die Kinder vertrieben die Zeit so eben mit lustigen Spielen, da kamen den Berg hinunter, von der Burgruine her, auf weißen Pferden zwei Reiter, in glänzender Rüstung. Denselben voran sprengte ein munterer rüstiger Jägerbursche mit zwei gewaltigen Hunden. Die Kinder sprangen herbei und baten die Reiter um ein Almosen. Darauf zog einer derselben eine Hand voll silberner Rappenstücke aus der Tasche und warf sie stillschweigend vor die Kinder auf die Erde hin. Schon fühlten sich die Kinder glücklich und reich, ihre Freude war aber nur von kurzer Dauer, denn als sie die weißglänzenden Geldstücke aufheben wollten, verschwanden sie vor ihren Augen. Auch die Reiter waren bald spurlos verschwunden.

C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.