Die Zerstörung der Grasburg
Von diesem Ereignis weiss die Volkssage auch ganz anderes zu berichten, als sich aus unserer geschichtlichen Darstellung zur Zeit ergibt. Nach der Tradition wurde nämlich das Schloss in einem Aufstand des Landvolkes, das der Bedrückung der „Zwingherren" müde war, belagert. Der „Zwingherr", den die Seinen treulos verlassen, suchte mit den wenigen ihm gebliebenen Knechten durch einen geheimen Gang zu entfliehen. Es gelang ihnen auch, bis etwa zehn Minuten südwärts des Dorfes Schwarzenburg zu entkommen. Dort wurden sie von einem neuen Trupp zur Rache heranziehender Bauern bemerkt und nach kurzem Gefecht erschlagen. Sein und der Seinen Wuthgebrüll soll der Gegend den Namen „Brüllen" gegeben haben. Hierauf sei das Schloss geplündert und verbrannt worden. Auf seinen Ausflügen habe sich der Ritter in der letzten Zeit eines Pferdes bedient, dem die Hufeisen verkehrt aufgeschlagen waren, um seine Verfolger irre zu führen. Von dem allem ist wenigstens das wahr, dass der Name „Brüllen" existiert. So heissen nämlich noch mehrere Heimwesen südlich von Schwarzenburg, von welchen das stattlichste und schönste dem Herrn Grossrath Zbinden, Besitzer des Schwefelbergbades, gehört.
Quelle: J. J. Jenzer, Heimathkunde des Amtes Schwarzenburg, Bern, 1869.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www. maerchen.ch