Gestörtes Taufefest
Zur Zeit der Dreissigerwirren sollte in Känerkinden ein Kind getauft werden. Den Vorbereitungen nach hätte dieser Anlass ein lustiges, fröhliches Familienfest werden können. Schon vorher hatte der in Maisprach wohnende Götti ein Fässlein roten Maispracherwein hergebracht, und während die Gevatterschaft mit dem Täufling sich nach Rümlingen zur Kirche begab, wurde ein währschaftes Taufeessen zugerüstet. Im grossen Kochtopf sott ein mächtiger Hammen.
Doch, ehe sich die Taufegesellschaft dieser Genüsse erfreuen konnte, rückte aus dem Diegtertal eine Schar Revoluzzer heran. Sie brachen ins Dorf ein und spürten bald heraus, wo etwas zu finden war. So kamen sie auch in das festlich zugerüstete Haus, räumten Schinken, Wein und Gebäck in den Baumgarten hinaus und taten sich gütlich daran.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch