Niklaus von der Flüeh
Jene bewaldete Gegend, wo ein letzter Zipfel des Liestaler Bannes wie eine weit ausgreifende Hand nordwärts um den Bann Lausen herum bis nahe an das Sissacher Gebiet hinüberreicht, heisst das Chilchhöfli. Es ist seit langem bekannt, dass dort ein guter Fundort für Waldsteine ist, die sich zum Einfassen von Gartenbeeten grosser Beliebtheit erfreuen. Schon manche Wagen voll sind davon gesammelt und in die Gärten hinuntergeführt worden. Bevor diese Ausbeute an Steinen betrieben wurde, habe man noch Überreste eines alten Gemäuers erkennen können, die letzten Spuren, so berichtet die Sage — einer Kapelle und einer Einsiedelei. Hier soll Niklaus von der Flüe eine Zeitlang sein Klausnerleben geführt haben. Täglich stieg er hinunter nach der Niklauskirche von Lausen, um dort seine Andacht zu verrichten. Noch heutigen Tages trägt ein Weg über den Grammont gegen die Rüti ob dem Kilchberg den Namen Santichlausweg. Dieser Weg ist nicht zu verwechseln mit dem Niklaus von der Flüeweg, der 1936/37 durch ein Basler Arbeitslager erstellt worden ist und von der Chedditefabrik der Plänetzen entlang zur Arisdörferstrasse hinaufführt.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch