Der Brätzbeler Geischterprediger
D’Frau Pfarrer Burckhardt het der Grossmueter verzellt: «Vo Zyt zu Zyt hei eusi Magd und ich in de höche Stunde am Fääschter bim Schlofzimmer vom Pfarrer gkört chlopfe und rüefe. Jedesmol het si der Pfarrer sofort agleit und isch furt. I ha-n-ihn e paarmol gfrogt, wo-n-er higöng; er isch aber myne Froge allewyl usgwiche. Es het mer e kei Ruehi meh glo; i ha mit der Magd e Verabredig troffe, wenn der Pfarrer wieder uf die Art gweckt wärd, welle mer ihm go nohluege. Gly druf chlopft’s und rüeft’s wieder am Fääschter; mer hei eus weidli zwäg gmacht; der Pfarrer stoht uf und goht furt. Mir luege zum Fääschter us un gseihe, wie-n-er in d’Chilche goht. Mir goönge noche un düssele zum Gloggehus y. Jetz gköre mer der Pfarrer lut rede, 's Härz chlopft is; ganz lys tüeje mer 's Törli uf, das het gyret. Jetz hei mer gseh, wie d’Chilche ganz mit graue und schwarze Gstalte bsetzt gsi isch; der Pfarrer isch am Altar gstande und het prediget. Wie’s Törli gyret het, hei alli mitenander d'Chöpf hindere dreiht und hei-n-is erzürnt agluegt. Vor Schrecke sy mer hei gsprunge. E Zytlang druf chunnt der Pfarrer, aber ganz verstört. Er het is ydringlig zuegsproche, mer selle das jo nimme mache, und gseit, wie-n-er z’tue gha heig bis die Geischter bisänftiget gsi syge.»
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch