Verscherztes Glück
Ein alter Schärmauser in Bennwil hätte der reichste Mann werden können, wenn er im kritischen Augenblick das rechte Wort gewusst hätte. Hört nur:
Einmal stellte er seine Fallen am Fusse des Rehhags. Da erschien plötzlich eine überlebensgrosse Gestalt, kam auf ihn zu und fragte, was er tue. Erschreckt stierte der Mäusejäger die geisterhafte Gestalt an und wusste auf deren Gruss nichts zu erwidern. Er hätte sagen sollen: «Alle guten Geister loben Gott, den Herrn.» Das wusste er aber nicht und schwieg. Der Geist blickte ihn furchtbar an und sprach: «Oh, weisst du den Spruch nicht! Ich hätte dir einen grossen Schatz gezeigt. Jetzt muss ich wieder 100 Jahre lang warten, bis ich wieder jemandem erscheinen darf und - vielleicht erlöst werden kann.» Darauf sah er ihn noch ein paarmal an und verschwand mit traurigem Blick in der Richtung gegen den Rehhag.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch