Der Vatermörder
In der Nähe des Bades Eptingen, wo heute alte Linden kühlen Schatten spenden, stand früher ein Speicher, der unsern Vorvätern von einer ruchlosen Mordtat zu erzählen wusste. An dieser Stelle wurde eines Nachts ein
alter Vater von seinem Sohne mit einem «Windebrittli» erschlagen. Um den Frevel zu verdecken, schleppte der Mörder die Leiche an den nahen Dorfbach und warf sie in eine Gumpe, um sich hierauf in Sicherheit zu bringen. Aber heute noch verrät uns der Dorfbach diese schauerliche Geschichte. Gar oft hört man des Nachts ein eigentümliches Gluntschen und Platschen in jener Gumpe, und jedes Mal folgt darauf Regenwetter.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch