Der Häxeplätz
Wenn me-n-über d’Eich gege ’s Dorf Brätzbel chunnt, oder vom Dorf uf Nunnige goht, gseht me-n-uf im Brang, dort wo der Rügge scho stark gege Nunnige abfallt, e ziemli grossi, rundi, kahli Stell. Uf der hindere Syte, satt am Holz a, stoht der Grenzstei vo Solothurn und Baselland. E mängim fallt’s uf, ass dort kei Baum, kei Struch wachset; der Bode isch doch nit steinig und ringsum stoht höch Holz.
Wie die olte Lüt verzellt hei, isch albe ne Galge dort obe gstande; noh andere-n-Ussage heig me-n-au d’Häxe dort verbrennt. Underim Bärg, uf der Sandebeni, sy e paar Tanne bynander gstande, d’Sandtanne heig me ne gseit. Under dene Tanne syg über d’Häxe Gricht ghalte worde. Wo der Hänker emol z’nacht über das Fäld gange-n-isch, syg ihm e wyssi Frauegstalt erschine. Si heig gege-n-im jetzige Häxeplatz ufe zeigt und gseit: «Die Stell dort obe sell für alli Zyte verfluecht sy; es sell druf kei Baum, kei Struch meh wachse und ’s Gras wo wachs, well e kei Tier frässe».
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch