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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Fürgeischt im Hinterbirch

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Im Hinterbirch bei Eptingen brennt es nie mehr, dafür bürgt der gute Feuergeist in diesem Hause.

Einst hielten sich in dieser Gegend Zigeuner auf; aber niemand bot den Fremden ein Nachtlager, weil ihnen die Leute nicht trauten. Im Hinterbirch aber öffnete man ihnen die Türen und liess sie im Heu übernachten. Am andern Morgen lief die älteste Zigeunerin drei Mal ums Haus herum und rief:

«Nie meh tuet das Hus abbrenne,

’s wohnt e guete Fürgeischt drinne!»

Aber später fing’s doch einmal an zu brennen. Es war frühmorgens um 3 Uhr; das Hausgesinde lag noch in tiefem Schlafe, als im grossen Kamin Feuer ausbrach. Da gewahrte der Bauer, wie ihn eine Stimme aus dem Schlaf weckte und ihm ins Ohr flüsterte: «Es brennt im Chemi.» Sofort sprang er aus seinem Bett und sah, wie im Kamin schon die Flammen emporzüngelten. Doch konnte er den Brand noch rechtzeitig löschen. Seither hat es im Hinterbirch nie mehr gebrannt, obwohl später der Blitz in die Pappel fuhr, die beim Hause stand und sie in Stücke zerschmetterte; das Haus blieb vom Feuer verschont.

Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch