Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Vun enem schwärre Stäin

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Äs ischd äina gsiin; där hed vil und dick bir Chilche verbii meessen, mengsmal z'Mitternacht. Äis und ds ander Mal hed er geng eppes an dr Müür gseen; was, hed er nid megen erseen. Aber äs hed ne düüchd, äs welli eppes vum Wäg über d'Müür i Fridhof inhi.

Das hed im z'sinne ggän. Döö ischd er zem Pfarer und hed im 's verzelld.

Dr Pfarer hed im gsäid, wen er jetz asen e sevel mengs Mal verbii siigi und im nee eppes gscheen, sa siigi da egghäi Gfaar, und we's im no äis gliich gäji, sa sell er es par Stäina ab dr Müür nän.

Nid lang derna gäid er umhi z'Mitternacht bim Chilchhof verbii, und umhi isch'sch im gsiin, da siigi epper um d'Wäga. Ar lifted en grossa Stäin ab dr Müür; är ischd vil schwärder gsiin, wan das er hed gmäind. Döö säid er zöö-n-im sälber: „E sela schwärra Luft han i jetz no nee tan!" „Und e sela gööta o nid", gid e Stimm Bschäid.

Derna ischd alls stills gsiin.

Später ischd er da no vil verbii, o zen Uziiten: aber nee mee hätt' er eppes anders gseen old gmerkd. Aber gwissd hed er gööd, warum är hed meessen in dr Müür e-l-Lickem machen; äs hed äina a d'Rööww wellen, und däm hed er meessen dä Stäin us em Wäg töön.

Melchior Sooder: Zelleni us em Haslital. Märchen, Sagen und Schwänke der Hasler aus mündlicher Überlieferung. Basel 1943.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.