Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Vum Gäismäitli

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Vum Gäismäitli häi s' freejer ganz Ziileti bbrichted. Wen das ischd a ds Zilli chun, häin alli eppes vun im gwissd. Äs hed Gäistschääggleni ghäben und nid Feess wee d'Liit; drum hed men im ds Gäismäitli gsäid. Mengsmal häi's d'Liit gseen mid enem wiisse Schurzli.

Egg Simen und Dörfer Drees häi vun Engschtle naha Chääs träägen. Uf em Mislibendli häi s' d'Räf abgstelld ung ghirmed, de Frässbullggen, Chääs, Brood um Bbrannts virha und häi ggässen ung gleselled. Simen hed ds Hoit hinderhigläid, fir ds Glesli üüsztriihen und säi'd: „E, e, e, gugg, Drees, bim Gäistrit gäid es Wiibevolch!"

„Es Wiibevolch?" fräägd Drees und säid drüüf: „Göss, göss, ee, min Gottelli, da gäid es Wiibevolch!" Aber a Tannen sii s' abgfaare gsiin, und es Wiibevolch hätti bim Gäistrit nid ellengge chennen gaan. Si häin afa-w-wärwäisen, wär das chennti siin; aber underwiilen ischd das Wiibevolch vergold ggangen. Si häin umhi d'Räf a Buggel gnun und sii sicher gsiin, das siigi nemmen anders gsiin wa ds Gäismäitli.

Melchior Sooder: Zelleni us em Haslital. Märchen, Sagen und Schwänke der Hasler aus mündlicher Überlieferung. Basel 1943.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.