Der Römer
Der Römer war ein alter Schweizergardist, der dreissig Jahre in Rom gedient hatte.
Dieser kam einst gegen Abend von Mörel herauf heimwärts. Beim langen Kehr ging ihm ein Mann voraus. Der Römer wunderte sich sehr. Wie er nun nachdenklich weitermarschierte, legte er die Hände auf den Rücken, und sogleich tat es auch der Mann vor ihm. Der Römer setzte sich den Hut auf: auch der Mann vor ihm tat es zur gleichen Zeit. Der Römer begann rässer zu gehen, auch der Mann vor ihm ging jetzt rässer. Das wiederholte sich, bis der eigenartige Mann vor des Römers Haus plötzlich spurlos verschwand.
Im gleichen Jahr ist der Römer gestorben.
RIED-MÖREL
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch