Die Napoleonsbrücke in Brig
Bei der Napoleonsbrücke soll es früher nie recht geheuer gewesen sein. Manche Erzählungen waren darüber beim Volke in Umlauf. Auffällig oft soll es vorgekommen sein, dass Pferde dort verunglückten. Wanderer wurden dort plötzlich "gestellt" und konnten lange nicht weiter. Erst Kaplan Schlunz in Glis soll den Geist gebannt haben.
Dieser versammelte einige unschuldige Kinder und gutgesinnte junge Leute. Sie zogen gegen Abend, gemeinsam betend, hinauf zur Brücke. Hier wies er seine Begleiter an, weiter Gott um Beistand zu bitten. Er selbst begann auf der Mitte der verrufenen Brücke den Geist zu besprechen und zu beschwören. Kreidebleich und ganz erschöpft kehrte er nach einiger Zeit zu den jungen Leuten zurück, und betend suchten sie gemeinsam die Kirche von Glis auf. Seit jenem Tage sollen sich auf der Napoleonsbrücke keine Unglücksfälle mehr ereignet haben.
GLIS
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch