Höllenwein
Die ersten Geistlichen, die in Salgesch wohnten, sollen die Johanniter gewesen sein. Sie hatten ihr Haus dort, wo heute das Pfarrhaus steht.
Einst besuchten nun befreundete Ritter diese Johanniter in Salgesch. Hoch zu Ross kamen die Gäste an und wurden festlich bewirtet. Natürlich gab man ihnen auch Wein aus den eigenen Reben zu trinken. Der war so gut, dass sie einige Becher über den Durst tranken.
Als die Herren wieder verreisen wollten, waren sie total betrunken und wussten nicht mehr, was beim Pferd vorn und was hinten war. Erstaunt fragten sie von den Pferden herab: «Was habt ihr uns da für Wein gegeben, das ist ja richtiger Höllenwein. Man weiss ja nicht mehr, wo man hinkommt!»
Daher soll der Höllenwein seinen Namen haben.
SALGESCH
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch