Die Frau im wilden Heere: Das Schöpferschmied-Anneli
Auf dem Hostris, will sagen Hochgesträss, weil hier die uralte Strasse längs der Wigger vorbeiführte, liegen einige Jucharten Ackerland, die Holderacker geheissen. Darauf steht ein dem heiligen Eulogius, Patron der Schmiede, gewidmetes Kappelchen, für dessen Erhaltung laut Kaufbriefen der Schmied im uralten Dorfe Schötz zu sorgen hatte, obwohl er nicht Besitzer des Grundstückes war. Der Grund davon ist dieser. Einem Schötzer Schmied sein Töchterlein Anneli trieb Unholderei. Ihr Buhle, ein grün gekleidetes Männchen mit rotem Bart und schwankendem Strauss auf dem Barett habe bei einem Zusammentreffen aus grüner Wiese dieselbe in einen Grauschimmel verwandelt, sei so mit ihr auf die Schmiedbrücke zu Schötz gefahren, habe daselbst den Schimmel frisch beschlagen lassen, was durch Annelis Vater selber geschehen sei. Wie er fertig war, gab sich der Schimmel redend dem Vater zu erkennen, worauf der Reiter über Stock und Stein mit dem Schimmel fortgejagt bis auf die Stelle, wo. jetzt jenes Käppeli steht. Da habe sich der Boden geöffnet und seien Reuter und Schimmel verschwunden.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.