Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Das Kägentier

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

a) In alter Zeit war die ganze Ebene zwischen Aesch und Reinach bis an das Birsufer gegen Dornach ein grosser Wald von Eichen, Föhren und Gestrüpp. Die jetzt noch bestehenden Flurnamen, wie z. B. zu neun Eich, in den Fichten, in den Tschuppen, deuten darauf hin. In diesem Walde, Kägen genannt, soll vor Zeiten ein eigenartiges wildes, böses Tier gehaust haben. Es ist darum der Name Kägentier bis auf den heutigen Tag im Volksmunde erhalten geblieben. Wollen Kinder in jenen Wald gehen, um Holz zu sammeln, so werden sie jeweils gewarnt mit den Worten: «Habt nur Sorge, dass euch das Kägentier nicht frisst.»

b) Zwischen Reinach und Aesch dehnte sich früher ein grosser Wald aus, der bis an die Birs reichte. Man nannte ihn den Kägenwald. Darin hauste ein sonderbares Tier, das Kägentier. Es soll feurige Augen und nach manchen auch Flossen gehabt haben. Bei schönem Wetter hielt es sich an der Birs, bei schlechtem meist im Kägenwalde auf. Manchmal legte es sich auf den Weg und liess die Leute nicht durchgehen.

Reinach

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.