Das Tränkekreuz
Lange bevor die Oberseestrasse gebaut war, ritt einmal ein reicher Herr den alten Bergweg nach Näfels hinab. Beim Tränkebach scheute das Pferd, erschreckt vom gewaltigen Rauschen des Wassers. Der Reiter versuchte umsonst, das Tier über den Bach zu bringen. Plötzlich wendete es sich und sprang mit einem mächtigen Satz über die Felsen hinunter - in den Tod? Nein, ein Schutzengel bewahrte den entsetzten Mann, so dass er samt dem Pferd unversehrt am Fusse der jähen Wand anlangte. Auf den Knien dankte er Gott für die wunderbare Rettung und liess zum Andenken an der Absturzstelle ein Kreuz errichten, das heute noch von der Gemeinde unterhalten wird, da der Fremde hierfür eine Geldsumme gestiftet hatte.
Quelle: K. Freuler, H. Thürer, Glarner Sagen, Glarus 1953
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch