Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Chlünteler Schatz

Land: Schweiz
Kanton: Glarus
Kategorie: Sage

Neimet im Chlüntelersee lyt en iserni Chischte, kand so gross wiene liggete Chaschte und vermachet mit sibe Schloss. Die isch pläpplet volle Gält. Nüd ä Wunder ischi so schwääri. Wie isch au der Schatz i See inechuu? Hät ne e Trach inegkyt oder e gytige Chüng? E Füürst isch es gsi und Suworow hät er gheisse und Gäneral isch er gsi.  Der isch Anno 1799 mit e Huufe tuusig russische Soldate übere Pragel chuu und het welle d Franzose ussem Glarnerland vertrybe, as hät er. Aber die Tundere händ si erstellt und si gwehrt wie d Leue. Das hät tätscht und tämered mit Gwehr und Kanune, as me het chänne meine, ds Chlüntel sig de bar Hell. Wo due der Suworow gmerggt hät, ass als bi eim schliengget, so seit er zu sine Manne: «Mir plybet meini bstegge zwüschet dene Bärge. Wänn is der Find nu nüd d Chriegskasse äwägg ninnt! Das bescht wär, mer fleugtet si i See. Der cha si gaume, bis mer wider emal verby chänd!» Und das händ’s au gmachet. Aber der Suworow isch nie mih i ds Chlüntel chuu und au ekeine vu dene Soldate, wo d’Chischte inetrölt händ. Si beitet hüttigstags nuch am glyche Tatsch, die einte säget bim Bäretritt hinde; disi meinet, me fund si am ehsigste i der Seerüti. Sicher isch nu eis: Wer si ufebrächt, der wurd e gmachete Maa!

 

Quelle: K. Freuler, H. Thürer, Glarner Sagen, Glarus 1953
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch