Das Wundervögelein
Es war früh am Nachmittag, als ein Mann vom Dorfe in den Gemeindewald im Bloond ging. Er kannte sich darin gut aus, er hatte unzählige Male dort Wellen gemacht. Als er im Inneren des Waldes angekommen war, flog just ein zierliches, buntes, fremdartiges Vögelein auf und hüpfte von Ast zu Ast. Und plötzlich fing es an, im Weiterfliegen eine wunderbar feine Melodie zu singen. Der Mann war wie verzaubert und folgte dem Gesang. Nach einiger Zeit merkte er, dass er im Kreis herumgelaufen war. Dabei fand und fand er den Ausgang des Waldes nicht mehr. Endlich, als im Dorfe die Vesperglocke ertönte, war der Spuk verschwunden. Der Mann atmete befreit auf und fand sich bald wieder zurecht. Das Vögelein soll ein verwunschenes Edelfräulein sein, das seinen Liebsten verraten hat und nun zur Strafe verdammt ist, einmal jedes Jahr diese Gegend aufzusuchen.
Bubendorf
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.