Die rächende Kirchenglocke
Während der Trennungswirren der 1830er Jahre wollten einige junge Burschen den städtisch gesinnten Dorfpfarrer ärgern, indem sie in einer Samstagnacht den Glockenschwengel aushängten. So konnte die Gemeinde am Sonntagmorgen nicht durch Geläute zur Kirche gerufen werden und blieb zum grossen Teil vom Gottesdienst weg.
Jahre und Jahrzehnte gingen über das Land. Aus dem Rädelsführer der jungen Burschen wurde ein alter Mann. Als er gestorben war, näherte sich der Leichenzug unter Glockengeläute dem Friedhof bei der Kirche. Da verstummte plötzlich die Glocke, und in hohem Bogen fuhr ihr Schwengel aus dem Turmfenster durch die Luft und fiel auf einem Feld nieder. So musste der Mann ohne Glockenklang begraben werden, und manche Leute trauten der alten Kirchenglocke zu, sie habe sich gerächt.
Lausen
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.