Das junge Meitli im «Mäntsche»
Im «Mäntsche» zu Linthal, wie es eben vorkommen kann, hat ein junges Meitli den ganzen Tag Heu geworbnet und gezettet und am Abend, weil es andern Dingen nachsinnierte, die Heugabel im Wiesboden stecken lassen, und nun will es sie noch, bevor es ganz dunkel wird, rasch heimholen, damit der Vater nicht schimpft. Aber so sehr es auch am Stiel zieht und reisst, es bringt die Gabel nicht mehr zum Boden heraus und weiss sich keinen Rat. Da öffnet sich auf einmal die Erde zu seinen Füssen ein kleines Stück, und es sieht hinunter in lauter schimmernden Goldglanz, der glitzert wie lötiges Feuer. Da duckt es sich und denkt, ich will eine Handvoll mitnehmen. Aber im gleichen Augenblick steht auch schon der Hörelimann vor ihm, und wenn es nicht ein Kindergebet gewusst hätte, das ihm eben noch in den Sinn kam, so hätte man nie mehr etwas gesehen noch gehört von dem Meitli. So aber kam es davon. «Es sig aber siner Läbtig vergässlis blibe und verstuunts und heb dorum nüd chänne hürate. Es sig prezis hunderti worde und as Altledigs gstorbe. Wo’s im Totebaum gläge sig, heb’s ä wunderschüüs goldigs Ringli am Finger kha, wo’s sust nie kha heig. Das sig bi dem arme Meitli näme gad artig gsii!»
Quelle: K. Freuler, H. Thürer, Glarner Sagen, Glarus 1953
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch