D's ful Geisshirtji
Es Wib het emal es Geisshirtji gedingut und het mu g'seit, es selle de sche bi Zitu cho ga d's Morgund essu, damit's di Geiss nit so spat us la chenne. Und duo ischt d's Hirtji cho und d's Wib het mu d's Essu uf un Tisch geta und g'seit: «Jez iss de nummu g'nuog.» Und d's Hirtji het zuogriffu und sche g'gessut, bis fascht nimme g'megut het; het aber no nit Lust g'hä z'ga. Duo het mu Schi e scheni Schnittu Ches und Brod abg'hauwu und innu Sack gegä für z'Abundbrod. Und d's Hirtji ischt no allzi am Tisch blibu. Duo het d's guot Wib es Schisselti g'no und ischt mu innu Cheller ga Nidlu reichu, damit schi d's Buobji do recht chenne hirtu. Und d's Hirtji het d'Nidlu g'suffu — und no nid wellu ga. — Duo het mu duo Schi do afa g'seit, es sigi jez Zit ga di Geiss usz'la. — Und duo het's Geisshirtji endli au afa redu und dum Wib g'seit: «Gad nid gani!»
(Saaser Mundart)
Quelle: M. Tscheinen, P. J. Ruppen, Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Sagenfreunden, Sitten 1872.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch