Das verhexte Mädchen
Einst war in einem Hause ein krankes Mädchen. Von Tag zu Tag wurde es schwächer, aber was ihm fehlte, konnte es nicht sagen; auch die Eltern konnten sich die Krankheit nicht erklären.
Da wurde eines Tages vom Kaminfeger das Kamin gerusst. Wie er nun mit seinem Besen das Kamin hinauf und hinunter fuhr, fiel plötzlich ein dürrer Kirschbaumast durchs Kamin in die Küche herunter. Als der Kaminfeger darauf in die Küche trat, sagte er: «Hier glaubt man scheints auch noch an Hexen?» Von diesem Tage an besserte es bei dem Mädchen und es wurde wieder gesund. Es erinnerte sich nachher, dass es in der Kirschenzeit von einem fremden Kirschbaum einige Kirschen genascht hatte Die betroffenen Eltern nahmen an, der Eigentümer des Baumes habe das Mädchen dann aus Rache verhext.
Seltisberg
Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.