Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Räbholdebuur

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Über dem sonnseitigen Abhang des Ziefner Rebberges erhebt sich die Waldkuppe der Rebholden. In stürmischen Nächten, wenn es durch die hohen Föhren dort oben «chuttet», fährt der Räbholdebuur mit schwer beladenem Brückenwagen, der mit zwei Schimmeln bespannt ist, den Rebholdenweg entlang. Man hört seine Peitsche aber auch weiter unten knallen. Er fährt mit seinen Rossen die Rebgasse hinunter bis ins Dorf, wo er sie in die Schwenke führt. Sein Peitschenknallen zeigt Regenwetter an. Die Erscheinung soll nur Sonntagskindern sichtbar sein.

Er war zu seinen Lebzeiten ein böser und zanksüchtiger Mann gewesen und muss zur Strafe nach dem Tode «umgehen». Es heisst auch von ihm, er sei ein Wucherer gewesen, der Witfrauen um Hab und Gut gebracht habe. Besonders hat er es auf die Fuhrleute abgesehen Und wenn einer noch so erfahren ist, kann es doch geschehen, dass ihm die Pferde am Rebholdenweg nicht weitergehen wollen oder dass er zu Fall kommt und unter den Rädern Schaden nimmt, wenn er die «Mechanik» bedienen will.

Von einer Stelle im Rebberg, dem Heissenstein, wo nur spärlich Gras wächst, sagt man, hier habe der Räbholdebuur mit einer silbernen Sense gemäht.

Ziefen

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.