Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Das Gespenst im verlassenen Stalle

Land: Schweiz
Kanton: Nidwalden
Kategorie: Sage

Bei Wolfenschiessen sahen einst Knaben zur Winterszeit in einem verschlossenen Gaden zum Heiterloch hinaus ein Gespenst schauen, das sie zuerst für ein Bettelmummeli hielten, denn es zeigte sich gerade in ähnlichem Anzug. Sie gingen und warfen Schneeballen dem vermeintlichen Bettelweib durch die Öffnung hinein. Da kam es und schob einen Wisch Stroh in das Loch. Jetzt machten die Buben unverzüglich die Stalltüre auf, konnten aber kein sterbliches Bein entdecken. Da sonst kein anderer Ausgang war, durch den jemand hätte entweichen können, sahen sie ein, dass sie's mit einem Gespenst zu schaffen hatten.

Das Bollmandli oder der Schützenmann.

Beim Kernser Schützenhaus ob dem Boll ist's nicht geheuer. Nächtlich oder auch schon bei vorgerückter Abendstunde erscheint dort öfters ein kleines Mandli, das sog. Boll- oder Schützenmandli. Es begleitet den späten Wanderer manchmal bis gegen die Boll-Kapelle hinab.

Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch