Der Rothibachgyger
Wenn man von Alpnach in die Schorieder-Alp Älpgäu wandert, passiert man das von dunkeln Tannen umsäumte Moos Rothibach. Dort wurde früher der Rothibachgyger gehört. Besonders zu später Abendstunde gixte es durch's Geäst, dass einem die Haare zu Berge stunden.
Es soll ein fahrender Musikante gewesen sein, der zur Strafe seiner sündhaften Weisen, die er anlässlich einer Älpgäu-Kilbi spielte, in den Rothibachwald verbannt wurde.
Vor Jahren hat man dort geholzet. Da fand man zufällig den Geigenbogen des verbannten Fiedlers. Der Bogen bestand aus einem knorrigen Tannast, der in der Mitte beinahe durchrieben war. Seither hat man den Rothibachgyger nicht mehr gehört. Er ist erlöst.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch