Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Warum der Teufel hinkt

Land: Schweiz
Kanton: Solothurn
Kategorie: Sage

Einst lag die heilige Verena vor ihrer Zelle in der Nähe Solothurns auf den Knien und verrichtete ihr Gebet. Sie schloss alle mit ein, welche, vom Pfad der Tugend abgewichen, der Macht des Teufels anheimzufallen drohten. Darüber ärgerte sich der Teufel, er schlich sich herbei, riss wütend ein Felsstück los und hob es mit den Krallen über über das Haupt der Betenden, um es auf sie herab

zu schleudern. In diesem Augenblick sah Verena auf und erblickte den Fürsten der Hölle. Der wurde durch ihren Blick so verwirrt, dass er zurückfuhr und den Stein statt auf das Haupt der Heiligen auf seine Füsse fallen liess. Brüllend und heulend entfloh er. Der Stein, der die Spuren der Teufelskrallen zeigt, liegt noch zwischen Kreuzen und St. Verena. Er ist schwer und gross, kein Wunder, dass der Teufel seit damals hinken muss.

Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch