Der brennende Mann
Das habe ich einst selbst gesehen, als ich über die Längmatt gegangen bin. Plötzlich kam aus der Wiese ein kleines Flämmchen gesprungen, das hin und her über den Weg flackerte. Und da wuchs und wuchs das Flämmchen, bis es so gross wie eine Mannsgestalt war. Als ich genau hinsah, hatte diese Gestalt ein brennendes Hemd an. Da fing ich zu beten an, damit die geisterhafte Erscheinung verschwände. Aber je mehr ich betete, desto näher kam der brennende Mann. Da habe ich in grosser Angst aufgeschrien, und der brennende Mann flüchtete den Hang hinauf, immer dem Hag nach.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch