Der Franzoseneinfall
Bei den Kämpfen in Grenchen fanden siebzehn Personen dieser Ortschaft den Tod, darunter Andreas Hugi, der Sigrist Johann Welti, der beim Sturmläuten durch einen feindlichen Schuss getötet wurde, und die wackere Maria Schürer. Die letztere, einzig in ihrem Hause, aus welchem sich all ihre Angehörigen geflüchtet hatten, musste sich gegen zwei französische Husaren, die in ihre Wohnung eindrangen, zur Wehr setzen. Unerschrocken nahm die beherzte Jungfrau den Kampf auf und warf beide zu Boden. Dann eilte sie in den Stall, ergriff eine Mistgabel und wollte so bewaffnet fliehen. Doch die Feinde folgten ihr mit gezücktem Säbel; nochmals musste sie den ungleichen Kampf aufnehmen. Nach heftigem Ringen besiegte sie ihre Gegner: der eine sank mit durchbohrter Brust zu Boden; der andere ergriff verwundet die Flucht. Nun wollte Maria Schürer zu den Ihrigen nach Bettlach fliehen. Da wurde sie auf offenem Felde von einem französischen Offizier eingeholt. Abermals wehrte sie sich mit staunenswertem Mute gegen den neuen Feind. Doch erlag sie diesmal nach langem, verzweifeltem Kampfe der grossen Stärke und Gewandtheit ihres Gegners.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch