Die Nachteulen auf der Schauenburg
Auf der Schauenburg hauste früher ein mächtiger Ritter. Sein Besitz erstreckte sich von Bellach bis nach Büren hin. Dieser Ritter besass zwei Söhne. Als seine Gattin krank lag, ersah er sich ein schönes Mädchen, das er mit auf die Burg nahm. Und mit dem Mädchen zeugte er einen Knaben. Diesen Knaben mochten die beiden ehelich gezeugten Brüder nicht leiden, weil er der Sohn einer Leibeignen war. Doch der Ritter liebte diesen Knaben über alles. Bei seinem Ableben beraubten ihn die beiden anderen des Erbes. Zuerst suchte er bei den Grafen von Romont und Strassberg Hilfe. Aber diese verachteten den Ritter von Schauenburg und den Bastard damit, den jener mit einer Bauernmagd gezeugt hatte. Da liess er sich in der Wildnis nieder und suchte sich einen Anhang gegen die feindlichen Brüder. Da auch diese wegen der Erbschaft in Streit geraten waren, zog der Bastard zur väterlichen Burg. Es kam zum Kampf und am Ende sanken alle drei, von Blutverlust geschwächt, tot nieder.
Seither müssen die drei bei der Schauenburg umgehen und machen in Eulengestalt den Ort unsicher.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch