Der Totenkopf
Vor mehr als hundert Jahren ist ein Kiltbub in einer dunklen Gewitternacht spurlos verschwunden. Er war nicht der Einzige, der die Lise gern gehabt hätte. Auch der lange Peter stieg ihr nach, aber sie zog ihm den Hans vor. Als man den Hans weder lebend noch tot wiederfand, kam die Lise um den Verstand. Der lange Peter aber nahm Handgeld und ging ins Ausland. Zwölf Jahre lang war er Soldat und kam dann wieder heim. Er verdingte sich beim Schlossherrn von Waldegg als Knecht.
Eines schönen Morgens führte er als Vormann die Mäher an, als seine Sense plötzlich an einen harten Gegenstand anschlug. Als er nachsah, war's ein Totenkopf, der blutend im Gras lag. Da wurde der lange Peter totenbleich und die anderen Knechte mussten ihn auf dem Karren nach Hause schleppen.
Er gestand seine Untat, wie er vor 23 Jahren seinem Nebenbuhler aufgelauert und ihn mit einem Knebel erschlagen habe. Seither habe er keine Ruhe mehr gefunden. Der lange Peter wurde dem Gericht überantwortet und unter dem Schultheissen von Sury hingerichtet.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch