Der Stollenwurm
Im Berner Oberlande und im Jura findet man noch heute allgemein den Glauben verbreitet, dass es Stollenwürmer gebe, das heisst drei bis sechs Fuss lange, dicke Schlangen mit zwei kurzen Füssen, die nur bei anhaltender Trockenheit vor Eintritt des Regenwetters zum Vorschein kämen, und viele rechtschaffene und glaubwürdige Leute beteuern, solche Tiere selbst gesehen zu haben. Wirklich fand auch im Jahr 1828 ein Solothurner Bauer in einem vertrockneten Sumpfe ein ähnliches totes Tier und legte es bei Seite, um es zu Professor Hugi zu bringen. Inzwischen frassen es die Krähen halb auf. Das Skelett kam nach Solothurn, wo man aber nicht klug daraus wurde, und wanderte dann nach Heidelberg, ohne dass man über sein Schicksal etwas Weiteres erfuhr.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch