Von der Waldgrenze zwischen Bibern und Leuzigen
Als anfangs des letzten Jahrhunderts die Gemeinde Leuzigen die Weiderechte der bucheggbergischen Gemeinden loskaufen wollte, trafen sich die Vertreter von Leuzigen mit jenen von Bibern und Tscheppach im Biberntale. Die Leuziger standen oben auf dem Hügel, die Biberer und Tscheppacher unten im Tale, um die gegenseitige Grenze festzustellen. «Chömmet dr do ufe?» riefen die Leuziger ins Tälchen hinunter. «Nei, chömmet dir abe!» tönte es herauf. So stiegen denn die von Leuzigen gemächlich den Abhang hinab. Wegen Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit der Biberer und Tscheppacher wurde nun die Grenze statt oben auf der Hügelkette am Rande des Tales festgesetzt, so dass heute noch der Leuzigerwald bis ins Biberntal hinunterreicht.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch