Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Schatz in der Blumalp

Land: Schweiz
Kanton: Obwalden
Kategorie: Sage

Es lebte einst ein armer Mann. In grösster Not sich befindend, konnte er durch Mangel an Arbeit nicht einmal mehr sein Leben fristen. In banger Sorge ging er abends zu Bette. Da träumte ihm, dass in der Blumalp auf dem Stanserhorn in der Feuergrube der Alphütte ein Schatz liege. Er machte sich trotz der Winterszeit sogleich am Morgen auf, bestieg den Berg und suchte an der bezeichneten Stelle in der Hütte. Er fand nichts als einen Totenkopf. Unwillig will er ihn wegwerfen, da kommt es ihm in den Sinn, er wolle ihn nach Hause nehmen und in das Beinhaus nach Stans tragen, damit er doch an einen geweihten Ort komme. Er nimmt den Totenkopf aus der Asche heraus und trägt ihn in's Beinhaus nach Stans. Dort stellt er ihn zu den andern und gibt ihm das Weihwasser. Da fängt der Totenkopf zu glitzern an und wie er nachschaut ist es Gold. Der Totenkopf soll eine arme Seele gewesen sein, die er durch seine fromme Handlung erlöst und die es ihm nun vergolten hat.

Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch