Der Schatz in Rosenberg
Einst ging ein unbekannter Fremder mit dem armen Berderseppetoni bei der Ruine Rosenberg in Giswil vorbei und fragte ihn, ob er arm sei. Als Seppetoni ihm sagte, wie er sich und seine Familie mit seiner Hände Arbeit und einigen Geissen kümmerlich durch's Leben bringe, da sagte ihm der Fremde, er könne leicht zu grossem Reichtum gelangen wenn er drei Freitagsnächte hintereinander zwischen elf bis zwölf Uhr sich an die untere Ecke des Gemäuers stelle und der kommenden Dinge warte. Der Giswiler bedachte sich lange, ob er gehen solle, aber er wagte es nicht. Der Schatz blieb ungehoben und Seppetoni arm.
Aus: Franz Niederberger Sagen und Gebräuche aus Unterwalden, Sarnen 1924. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch