Der wiederkehrende Grossvater
Die Eltern meiner Grossmutter hatten die erste Dreschmaschine im Tal, und daher verlangte man diese auf allen Bauernhöfen. Die Grossmutter bediente die Maschine selbst mit Hilfe der Bauersleute.
Sie blieb dann jeweilen die ganze Woche aus. Es trug sich zu, dass sie bei einer Bauernfamilie übernachten musste. Bevor sie in das Bett ging, sagte die Bauersfrau, sie solle sich nicht fürchten, der verstorbene Grossvater komme nämlich jede Nacht auf Besuch. Nachts zwölf Uhr wurde in ihrem Zimmer die verschlossene Türe aufgemacht, und die Schränke öffneten sich. Es polterte bis morgens fünf Uhr fort. Die Grossmutter getraute sich nicht, sich zu rühren. Später schlief sie nie mehr in diesem Hause, sondern ging immer heim, obschon sie mehr als zwei Stunden zu laufen hatte.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch