Die Pest zu Egerkingen
Als die Pest wütete, starben oft auf einen Tag so viel Menschen, dass der Totengräber zu Egerkingen sie nicht mehr zu beerdigen vermochte, auch war der Friedhof schon überfüllt. In der Not wurde beschlossen, die Pesttoten bei der Feldkapelle von Härkingen zu bestatten. Als eines Tages der Totengräber mit einem Wagen voll Leichen durch die Gäuebene dorthin fuhr, begegnete ihm ein Pilgersmann mit einem Hündlein, der sprach «Heute fährst du zum letzten Male. Ich will so lang bei euch wohnen, bis niemand mehr stirbt.» Und wirklich, es starb keiner mehr; denn der fromme Mann wusste die Pestkranken zu heilen.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch