Der Spuk im Belchentunnel
Vor der Einfahrt in den Belchentunnel auf der Hägendörfer Seite liegt ein kleiner Parkplatz. Dort stand kurz nach Neujahr 1981 mehrmals eine junge Frau ganz in Weiss und machte Autostopp. Wenn sie mitgenommen wurde, setzte sie sich in den Fonds des Wagens und begann mit den anderen Personen ein Gespräch mit seltsam verschlüsselten Andeutungen. Unter anderem sprach sie von sich selbst als von einer Toten. Jedes Mal aber geschah es, dass sie auf einmal eine Antwort schuldig blieb. Wenn dann der Fahrer in den Rückspiegel schaute, sah er niemanden, auch wenn sich der Beifahrer umdrehte, war der ganze hintere Sitz leer. Übereinstimmend wurde berichtet, dass der Wagen hinten entweder gar keine Türe hatte oder dass sie nicht geöffnet worden sei. Es war der Geist des jungen Mädchens, das bei einem Autounfall umgekommen war und in dieser Weise um sein verkürztes Leben klagte.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch