Ein Drache auf dem Hauenstein
Einst trieb ein Fuhrmann seine Vorspannrosse noch spät am Abend vom Hauenstein auf Trimbach zu. Da kroch ein grosses Tier über die Strasse und blieb im Graben hocken. Als der Fuhrmann genauer hinschaute, sah er ein gräuliches Untier mit sieben Köpfen auf sieben Hälsen. Der Leib war schuppig und endete in einem langen Schweif.
Als die Pferde das Untier witterten, brannten sie durch und galoppierten die Strasse hinunter. Schliesslich konnte der Fuhrmann die Pferde einholen und im Stall versorgen.
Doch niemand wollte ihm die Geschichte mit dem Drachen glauben. So stieg er mit ein paar beherzten Männern wieder zum Pass hinauf. Da hockte das siebenköpfige Untier noch immer am selben Ort. Doch die Männer konnten es erst sehen, als sie dem Fuhrmann über die linke Schulter sahen.
Da rannten sie davon, und in der gleichen Nacht brach ein Unwetter herein.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch