Barbeli Kremer
Sie erzählte vor Gericht folgende Geschichten:
«Im letzten Winter stand ich vor dem Hause. Da kam der böse Geist zu mir und sprach: Ich weiss, dass du grosse Armut und Mangel leidest, folge mir, und ich werde dir Geld im Überfluss geben! Ich folgte dem Teufel, verleugnete Gott und die Heiligen, aber Geld - fand ich keines.
Im Frühling 1573, als das Korn in die Ähren ging, suchte mich der böse Geist wieder auf und überredete mich, an einen andern Ort hinzuziehen, wo ich wohl leben könnte. Der Böse drückte mir darauf einen Haselstecken in die Hand. Ich ritt darauf nach Ifenthal, dort, wo die Brunnen für die Mühle zu Trimbach entspringen. Auf Geheiss des Teufels schlug ich mit der Haselrute in den Bach. Dadurch hätte ein Gewitter entstehen sollen. Da ritten auch noch zwei andere Frauen auf einem Haselstock heran, rührten in einem eisernen Hafen, daraus ein dicker Rauch aufstieg. Sogleich fielen grosse Regentropfen unter Blitz und Donner nieder. Hagel entstand nur deshalb nicht, weil man in Trimbach über das Wetter läutete. Dann ritt ich wieder auf meinem Stecken nach Hause.»
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch