Vom Nachtgjeg verschleppt
Mitten im Winter war's, da ging einmal ein Mann von der Schmelze heim. Es war nachts um zwölf Uhr, denn nach der Arbeit war er noch in das Wirtshaus gegangen, deshalb hatte er sich eben verspätet. Als er bei der roten Brücke hinauflief, kam das Nachtgjeg und schleppte ihn mit. Er wusste gar nicht mehr, wo er war. Am anderen Morgen stellte es ihn wieder vor die Haustür. Jetzt kam er wieder zu sich. An den Schuhbändeln hatte er viele Ähren. Also hatte ihn das Nachtgjeg so weit mitgenommen, wo sie Sommer hatten. Aber der Mann wusste gar nicht, was mit ihm geschehen war.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch