Das Schneckengold
Zwischen Wahlen und Grindel befindet sich mitten im Walde auf einem schwer zu ersteigenden Felsen altes Gemäuer. Es ist die Ruine der kleinen, wenig bekannten Raubritter-Burg Neuenstein.
Einst an einem Karfreitag ging ein armer Bauer in den Wald und erkletterte den steilen Burgfelsen, um in den Trümmern nach Geld herumzustöbern. Aber alle Mühe war vergeblich; obschon er überall die Erde aufwühlte fand er nur ein Häuflein Schneckendeckel, die eine ganze Schar aus dem Winterschlaf erwachender Schnecken an einem Orte abgeworfen zu haben schien.
Verwundert hob der Bauer einige auf und steckte sie in die Tasche. Auf dem Heimweg griff er hinein und fand Goldstücke darin. Doch weder er, noch die Leute die seither am Karfreitag die Burg-Trümmer besuchten haben je wieder eine Spur des Schatzes entdeckt.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch