Der schwarze Hund
Einmal in mondheller Nacht liefen drei Männer vom Dorfe die Platte hinunter. Als sie beim Wuhr unten waren, sei auf einmal ein grosser schwarzer Hund auf sie zugekommen, so gross wie ein Kalb. Er habe krauses Haar gehabt. Die Männer glaubten zuerst, es sei ein richtiger Hund, und wollten ihn fortjagen. Doch der tat keinen Schritt, sondern blieb vor ihnen stehen. Auch habe er sie mit seinen zündroten Augen angeglotzt. Da wurde den Dreien Angst, und sie gingen auf die Knie.
Das pechschwarze Tier nahm einen Sprung über den Wegrand hinaus und sei im Bach verschwunden. Darauf sei ein Poltern und ein Klappern im Bache drunten losgegangen, wie wenn auf Kesseln und Pfannen geschlagen würde. «Hörst du, jetzt haust der Relliteufel wieder im Bache drunten», sagten die drei zueinander und traten eilig den Heimweg an.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch