Der Teufel und der Marchsteinversetzer
Bei der roten Brücke war es einst nicht geheuer. In dunklen Nächten, oder in einer Gewitternacht, sah man dort einen an der March entlanglaufen. Alte Leute sagen, es wüchsen ihm Hörner aus dem struppigen Haar. Auch trage er ein einziges rotes Licht auf der Stirne. Wenn er über den Bart fahre, fallen feurige Funken zu Boden. Dieser Mann muss dort bei der Brücke Busse tun, bis seine Schuld gesühnt ist. Vor vielen Jahren hatte er schwer gefrevelt. Da ist er mit Pickel und Schaufel hinausgegangen und hat Marchsteine versetzt. Als er dann gegen die rote Brücke gelaufen kam, schlug die Uhr Mitternacht. Da hörte er über sich ein wildes Kreischen und erblickte Weiber in den Lüften, in ihrer Mitte den Teufel. Der bannte ihn an die rote Brücke. Seit jener Zeit muss der Mann dort wachen, damit niemand mehr bei Nacht Marchsteine versetzt.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch