Der verhexte Acker
In Bärschwil heiratete ein Mann. Er glaubte, er bekomme eine gute Frau. Aber er täuschte sich. Sie gönnte ihm kein gutes Wort, und Zank und Streit waren immer im Hause.
Doch auch der Acker gab keine Frucht mehr. Wohl standen die Halme hoch, die Ähren aber waren taub. Der Bauer klagte sein Leid einem Hausierer. Der meinte, dass der Acker verhext sei, und gab ihm folgenden Rat: «Wenn du das nächste Mal mit dem Güllenwagen auf das Feld fährst, schau dich um. Wenn du ein Tier entdeckst, schlag es tot.»
Als er mit dem Güllenwagen zum Acker fuhr, sah er beim Hinterrad eine Kröte sitzen. Er schlug sie mit dem Karst tot. Als er dann nach Hause fuhr, eilte ihm seine Magd entgegen und schrie: «Meister eure Frau ist tot. Sie liegt auf dem Stubenboden mit einer grossen Wunde am Kopf. Und doch war niemand bei ihr.»
Da wusste der Mann, wer die Hexe war, die ihm den Acker verzaubert hatte. Aber froh wurde der Mann darüber nicht. Er starb bald danach.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch