Die St. Josefskapelle bei Erschwil
Bevor die einst so berühmte Lange Brücke hinter Erschwil erbaut wurde, führte die Strasse nach Beinwil über die sogenannten Platten, wo heute die kleine St. Josefskapelle steht. Noch heute zeugen in den Fels eingeschnittene Karrengeleise und Treppen von diesem alten Übergang, der wahrscheinlich schon in der Römerzeit benützt wurde.
Einst fuhr ein Fuhrmann mit einem mit Wein beladenen Wagen diesen Weg. An der Stelle, wo heute die Kapelle steht, strauchelten die Pferde, und Fuhrmann und Gefährt stürzten den steilen Abhang hinunter. Im Sturze rief der Fuhrmann den heiligen Josef an und versprach, dem Heiligen zu Ehren am Unglücksort eine Kapelle zu errichten. Das Gelübde fand Erhörung, und im Jahre 1671 liess der Fuhrmann die Kapelle errichten. Bald kamen zahlreiche Pilger zum kleinen Heiligtum, um den heiligen Josef in allen möglichen Anliegen des Leibes und der Seele anzurufen. Besonders die Bauersleute der Umgebung suchten oft hier Hilfe in ihren Nöten.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch