Der wanderlustige Knabe
Zu Dorneck konnte man einst einen Knaben mit einer eisernen Kugel am Bein herumgehen sehen. Und das kam so. Diesem Knaben eines armen Bürgers aus dem Dorneck war die heimatliche Luft zu schwer. Und so zog es ihn in die Ferne. Aber jedes Mal wurde er auf der Bettelfuhr wieder nach Dorneck zurückspediert. Da dies öfters geschah, war der Gemeinderat dieser Sache bald überdrüssig, zumal er die Kosten für die Bettelfuhr zu berappen hatte. Man beschloss, dem unsteten Knaben zwölf Schläge auf den Hintern zu verpassen, ihn zwölf Tage einzusperren und ihm dann eine eiserne Kugel ans Bein zu schmieden, damit ihm das Herumziehen verleide.
Diese Angelegenheit kam selbst vor die hohe Regierung und wurde dem Gerichtspräsidenten von Dorneck und Thierstein überwiesen.
Quelle: P. Keckeis, M. Kully, Sagen der Schweiz. Solothurn, Zürich 1987. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch